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Zašto Korona-Virus može da blokira njemačke fabrike (orig. sa njemačkog)


Autor: SwissBiH

China liefert viele wichtige Produkte. Bleiben sie aus, wird das für Unternehmen und Verbraucher unangenehm. Die Lage in Italien verschlechtert die Situation zusätzlich.

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Das Coronavirus wird in deutschen Unternehmen bald deutlich zu spüren sein, selbst wenn die Lungenkrankheit sich nicht weiter ausbreiten sollte. Weil in China viele Fabriken für einige Zeit geschlossen waren, sind Engpässe absehbar. Vier bis sechs Wochen brauchen die Frachtschiffe aus China nach Europa normalerweise, so dass in den nächsten Tagen und Wochen spürbar sein wird, dass der Nachschub fehlt, der hierzulande Produktion und Handel am Laufen hält. Dann wird den Modegeschäften nur ein Teil der nächsten Kollektion geliefert, den Autokonzernen fehlen Batteriezellen für ihre Elektrooffensive und den Kunststoffherstellern die Vorprodukte.

„Nächste Woche werden wir merken, dass das Virus die Produktion in manchen Fabriken lahmlegen kann“, sagt Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW im Gespräch mit der F.A.Z. Für Maschinenbauer und Autohersteller hat sich die Situation quasi über Nacht noch einmal verschlechtert, seit sich in Italien das Coronavirus ausbreitet, und das ausgerechnet in der wirtschaftsstarken Region Lombardei. „Gerade Gießereien sind wichtige Lieferanten von dort, und wegen der kurzen Distanzen wird hier die Lagerhaltung entsprechend gering gehalten“, berichtet Burkert.

„Das bedeutet aber auch, dass die Gefahr eines Produktionsstillstands groß ist.“ Wo genau die Probleme am größten sein werden, mag der LBBW-Chefvolkswirt nicht prognostizieren: „Die Unternehmen tun sich selbst noch schwer zu beziffern, was passieren kann.“ Im Augenblick versuchten die meisten noch, drohende Engpässe zu überbrücken. „Man sieht das zum Beispiel am stark gestiegenen Luftfrachtvolumen.“ Die globale Verflechtung erschwert den Überblick. Die LBBW hat in einer Studie über die Auswirkungen der vom Coronavirus ausgelösten Covid-19-Krankheit auf die Unternehmen am Beispiel Daimler das Problem aufgezeigt. Der Stuttgarter Fahrzeughersteller hat 213 direkte Zulieferer (Tier 1). Die zehn größten unter ihnen, große Konzerne wie ZF oder Continental, haben ihrerseits 588 Lieferanten; auf der dritten Ebene hat Daimler es schon mit 2900 Zulieferern zu tun. In der Realität wird alles noch viel komplizierter, weil es zwischen und innerhalb der Wertschöpfungsstufen Mehrfachbeziehungen gibt.

Auch Verbraucher dürften Folgen spüren

„Schon wenn ein kleines Teil fehlt, das für den Wert eines Autos völlig irrelevant ist, kann das große Probleme verursachen“, erläutert Burkert die Schwierigkeit, die Folgen von einzelnen Engpässen konkret zu beziffern. Sicher ist nur die Gesamtschau: „Corona hat die Wirtschaft befallen, und das kann länger dauern, je nachdem wie robust die einzelnen Branchen sind.“ Die LBBW hat daher nicht nur für China die Wachstumsprognose reduziert, sondern auch für Deutschland von zuletzt 0,6 auf 0,4 Prozent. Seit die Lungenkrankheit sich in Italien so ausbreitet, rechne man sogar eher damit, dass das Wachstum der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr so „um die Null-Linie rumkrebst“, erklärt Burkert. Besonders stark betroffen sind nach Einschätzung der LBBW die Branchen Auto, Konsum, Rohstoffe und Technologie. Nur schwach tangiert seien Branchen mit lokaler Produktion für lokale Absatzmärkte, wie die Bauwirtschaft.

Die Folgen werden nicht nur in den Fabriken zu spüren sein, sondern für die Verbraucher auch im täglichen Leben. Noch öfter als bisher werden kranke Menschen zu hören bekommen, dass ihr Medikament gerade nicht lieferbar sei – weil wichtige Wirkstoff-Produktionen in China angesiedelt seien, berichtet Burkert. Und die LBBW-Studie verweist auch darauf, dass 55 Prozent aller Displays für Flachbildschirme in China gefertigt werden: „Da wird mancher in die Röhre gucken, weil die neuesten Fernsehgeräte nicht rechtzeitig zur Fußball-EM erhältlich sind“, erklärt Chefvolkswirt Burkert.

„Prognosesenkungen sind zu erwarten“

Die für den deutschen Wohlstand besonders bedeutende Autoindustrie gehört zu den am stärksten betroffenen Branchen. Dort geht es nicht nur um die Fernwirkung fehlender Teile, sondern auch um die Produktion der Autos in China, die teilweise komplett lahmgelegt war und nur stockend wieder anläuft. So hat Volkswagen erst am Montag die Produktion mit dem Partner SAIC wiederaufgenommen, eine Woche später als geplant – nicht nur weil Teile fehlten, sondern auch Mitarbeiter. Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft BCG werden allein in der besonders betroffenen Provinz Hubei an rund einem Dutzend Fabrikstandorten Autos produziert, zuletzt 2 Millionen im Jahr

Unterdessen kollabiert die Nachfrage. So teilte der chinesische Autoverband CPCA mit, dass in den ersten zwei Februarwochen täglich nur 4909 Autos verkauft worden seien, 92 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Das wird auch die deutschen Hersteller hart treffen, denn sie verkaufen im Durchschnitt jedes dritte Auto in China. Und nicht nur der Absatz wird fehlen; gerade die Premiummarken erzielen in China bisher hohe Margen, so dass die Auswirkungen auf den Gewinn noch stärker ausfallen könnten.

Chinesen als Kunden sind vor allem für High-End- und Luxusprodukte relevant, vom Modelabel bis zum Smartphone. Dabei spielt nicht nur der sinkende Verkauf in China eine Rolle, schreibt die LBBW, sondern auch das Ausbleiben der ausgabefreudigen Touristen an den entsprechenden Hotspots. Apple war vor einer Woche der erste große Konzern, der ankündigte, wegen Corona das Umsatzziel im ersten Quartal zu verfehlen. „Gewinnrevidierungen und Prognosesenkungen sind zu erwarten“, heißt es in der LBBW-Studie. Sollte Corona zur globalen Pandemie werden, würde das zu einer „stetig trüberen weltwirtschaftlichen Situation führen“. Im besten Fall könnte es aber auch ganz anders kommen. Sollte der Höhepunkt der Corona-Ausbreitung im ersten Quartal erreicht sein und würden im zweiten Quartal die Mobilitätsbeschränkungen aufgehoben, dann könnten Nachholeffekte wirken und das Gesamtjahr für die betroffenen Unternehmen noch retten.

Izvor / Quelle: Frankfurter Allgemeine




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